Altreifen im Altenberg – PAK & HA Öle

Nachdem ich erst einmal einen Moment sprachlos war, musste ich neidvoll anerkennen, dass Frau Schnitzer vom (externer Link) FB 53 des Landratsamtes, hier mit ihrer doch reichlich wörtlichen Interpretation des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, formal im Recht war. Der FB53 ist halt nicht die Untere Naturschutzbehörde.

Spinnt man den Gedanken konsequent zu Ende, dann kann jeder seine alten Pneus in seinen Vorgarten schmeißen, ein Häufchen Sand dazu und das ganze als Spielplatz deklariert und schon spart man sich die lästige fahrt zum Wertstoffhof (externer Link) und schnell hat man ein paar nette Euro gespart.

Es geht hier nicht alleine um die grenzwertige Entsorgung von Altreifen eine landwirtschaftlichen Betriebes. Ein Dorf wie Theilheim, sollte sich gerade besonders auf seine Alleinstellungsmerkmale besinnen. Eines der wenigen ist die solitäre Weinbergslage Altenberg.

Dass nun ausgerechnet der geplante Mainfränkische Kulturweg an einer „Altreifendeponie“ vorbeiführen soll, ist wohl eher als Geschmacklosigkeit zu bezeichnen.

Glücklicherweise hatte ich mich vor geraumer Zeit schon mit dem Thema Altreifen beschäftigt. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BGVV), warnt in einer Stellungnahme zur Nutzung von Autoreifen und -schläuchen als Spielgeräte in Kindergärten.

Insbesondere bezieht sich das Institut bei seiner Stellungnahme – externer Link – auch auf die Aussage des Reifenherstellers Continental. Dieser erklärt, dass er „Autoreifen und -schläuche für die Verwendung als Spielgeräte nicht geeignet halte.“

Gerade die bei der Reifenherstellung polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und hocharomatische Öle (HA-Öle), die bei der Herstellung von Reifen verwendet werden, stehen im besonderen Verdacht Erbgutveränderungen und Krebs auszulösen. Diese fallen daher unter das derzeitige, strenge europäische Gefahrgutrecht.

Wen es interessiert, hier das gesamte Schreiben im Original:

LRA-UA-FB53-wegen-Altreifenablagerung

Ein Kompliment muss ich Frau Schnitzer allerdings machen, für eine Behördenmitarbeiterin ist sie wirklich verdammt schnell. Keine zwei Stunden später und das auch noch am Freitag Nachmittag, liegt ihre wie immer freundliche, fachlich korrekte und ausführliche Antwort in meinem Postfach.

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