Alte Liebe rostet nicht

Die Zusammenarbeit zwischen dem BUND Naturschutz und dem Weinbauverein in Theilheim, währt nun schon seit mehr als 30 Jahren. Die anfänglich vom BUND Naturschutz veranstaltete Naturwanderung, wurden bald zur gemeinsam organisierten Theilheimer Weinbergswanderung, wie sie noch heute, immer am 1. Mai stattfindet.

Die Weinlage Altenberg, am Theilheimer Neuen Berg, wurde Anfang der 1990er Jahre, auf Bestreben der beiden Vereine, aus der damals um sich greifenden Flurbereinigung ausgenommen, um „eine natürliche Bewirtschaftung“ der kleinparzelligen Weinbergsflächen, „eine Förderung des naturnahen Weinbaus“, sowie die „Bewahrung des Landschaftscharakters dieses besonderen Flurteils“ zu erreichen. Heute ein Glücksfall, für das an touristischen Attraktionen eher arme Theilheim.

Gemeinsam wurde auch die Beschilderung des Wein- und Naturwanderpfades entwickelt und installiert, sowie der ein wenig in Vergessenheit geratene Leitsatz „Natürlich Theilheim“ gefunden.

Nachdem die Zusammenarbeit beider Vereine Ende der 1990er Jahre ein wenig in einen Dornröschenschlaf versunken war, konnte diese im letzten Jahr neu belebt werden. Auf eine Anregung des Winzermeisters und langjährigen Vorsitzenden sowie Mitbegründers des Weinbauvereins, Hermann Deppisch, entwickelten er und Thomas Herpich, Ortsvorsitzender des BN, die Idee der Renaturierung eines Lesesteinriegels im Altenberg. In enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde, wurde die „Steinrutsche“ am Bildstock im Altenberg, teilweise von der wuchernden Überbuschung befreit.

In einer gemeinsamen Aktion Anfang April, wurden dann unter fachkundiger Anleitung der Landschaftsgärtner Fenna Felske und des ortsansässigen Ralf Kretzer, mehr als 50 typische Kalkmagerpflanzen im Steinriegel gepflanzt. Darunter neben der recht bekannten Küchenschelle, auch Thymus serpyllum (Sand Thymian) oder Hieracium aurantiacum (Orangerotes Habichtskraut), Dost und Quendel gepflanzt. Dies sind nicht nur habitat-typische Gewächse, sondern auch als Heilpflanzen und -kräuter bekannt und dienen vielen vom Aussterben bedrohten Insekten und Schmetterlingsarten zur Eiablage und als Nahrungsquelle.

Bild: das Bepflanzungsteam von BUND Naturschutz und Weinbauverein. In der Mitte, mit Hund Piccola, Hermann Deppisch.

Die Birken dürfen nicht gefällt werden

 Die Mitglieder der Ortsgruppe Theilheim sind mit vielen Bürgern entsetzt darüber, dass ohne jede Not die Birkenzeile am Dreschplatz gefällt werden soll, um Neupflanzungen zu weichen. Es sind kerngesunde Bäume mit einem Alter von über dreißig Jahren, die inzwischen auch das Ortsbild prägen. 

Gerade in diesen sonnigen Herbsttagen waren sie eine Zier für das Gemeindebild. 

Wir geben zu bedenken, dass Großbäume durch Wetterextreme immer mehr verschwinden. Dadurch werden die Folgen des Klimawandels verstärkt. Gerade die Birken, die zu einem Bachlauf passen und sehr resistent sind, sind keine wirkliche Gefahr, weil sie abgesehen von kleinem Reisig und Blättern keine Äste abwerfen und sehr standfest sind. Mag sein, dass man heute andere Bäume am Bachlauf pflanzen würde. Ein so alter Baumbestand ist aber extrem wertvoll für die Klimabilanz. Selbst eine ganze Reihe jung gepflanzter Bäume kann keinen einzigen alten Baum ersetzen. Das dauert viele Jahre. Bäume haben nun einmal Blätter. Das hat seinen Sinn für die Natur und für uns Menschen. Allergien verschwinden nicht aus der Welt, indem man Bäume absägt. 

Deshalb sind wir dankbar, dass das Abholzen der Birken noch einmal auf die Tagesordnung des Gemeinderats kommen soll. Wir hoffen auf eine andere Entscheidung. Schließlich hat sich unsere Ortsgruppe durch Pflanzungen mehrfach für das Ortsbild eingesetzt. Beispiele sind die Streuobst-Bäume an der Ausfahrt nach Randersacker, eine Trauerweide am Jakobsbach oder die beliebte Nussbaum-Allee oberhalb des Kuttenloch-Grabens zum Altenberg hin. 

Ein großer Bergahorn auf dem Spielplatz an der Schule hat den Anschlag eines Baumfrevlers leider nicht überlebt. 

Wir bitten auch die Bürger, uns bei dem Anliegen, die Birken zu erhalten, zu unterstützen. Besser fünf Bäume pflanzen, als einen absägen. 

Richard Wust
Ortsvorsitzender Bund Naturschutz Theilheim