Altreifen im Altenberg

Während eine Rundgangs durch den Altenberg am 21. Juli 2017, bin ich am mittleren Weinbergsweg auf zwei abgelegte, alte Traktorreifen gestoßen. Nachdem es sich bei der Weinbergslage Altenberg nicht um eine Filiale der kommunalen Entsorgungsbetriebe handelt, habe ich den mutmaßlichen Verursacher angeschrieben.

„Sehr geehrter Herr Urlaub,
während eines Kontrollganges im Laufe der letzten Woche ist mir aufgefallen, dass auf Ihrem Grundstück 5306, in der Weinbergslage Altenberg (Neuer Berg, mittlerer Weinbergsweg), zwei alte Traktorreifen abgelagert wurden.

Unabhängig davon, dass es sich für einen landwirtschaftlicher Betrieb, der seine Eigenwerbung mit „Natur erleben“ und „naturnahen Weinan- und –ausbau“ umschreibt, eigentlich selbstverständlich sein sollte, solche Maßnahmen zu unterlassen, wird hier gegen verschiedenste Abfall- und Umweltschutzgesetze verstoßen ( z.B. § 326 StGB, KrWG, BNatSchG et al. / ff).

Ich denke, es sollte Ihnen möglich sein, die Reifen bis zum 01. August 2017 zu entfernen und einer geordneten Entsorgung zuzuführen.

Besten Dank im Voraus für Ihre Bemühungen!“

Hier der Brief im Original:

2017.07-Weinbau-Urlaub-wegen-Altreifenablagerung

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Schon am nächsten Morgen erhielt ich E-Mail, aber merkwürdigerweise nicht vom mutmaßlichen Verursacher, sondern vom Amt für Immissionsschutz und Abfallrecht (FB 53) am Landratsamt Würzburg (externer Link).

Ich hatte die Behörde eigentlich nur mehr oder weniger beiläufig, im Rahmen einer anderen, äußerst fragwürdigen Bauschuttablagerung, ebenfalls am Altenberg, angeschrieben.

„die Altreifen werden lt. Auskunft von Herrn Urlaub als Sandkästen genutzt. Hierbei handelt es sich abfallrechtlich um eine Verwertungsmaßnahme, die zum Ende der Abfalleigenschaft dieser Reifen führt (s. § 5 Abs. 1 KrWG). Wie Sie z. B. auch Anzeigen und Tipps im Internet entnehmen können oder Ihnen evtl. aus eigener Anschauung bekannt ist, ist es durchaus üblich, Spielgeräte wie Schaukeln, Wippunterlagen oder Sandkästen aus alten Reifen zu bauen. Es ist hierfür also auch ein Markt bzw. eine Nachfrage vorhanden. Der Winzer hat hier die Abfallhierarchie (§ 6 KrWG) beachtet, indem er die Reifen vorrangig zur Beseitigung, die Sie in Ihrer Email ansprechen, zu einem anderen Zweck eingesetzt und somit verwertet hat. Er ist hierdurch seiner gesetzlichen Abfallerzeuger- bzw. besitzerpflicht, Abfälle vorrangig zu verwerten, nachgekommen. Einen Verstoß gegen das KrWG kann ich hier nicht erkennen.“

Auch hier die E-Mail im Originaltext:

Ablagerung-von-Bauschutt-am-Theilheimer-Altenberg

Anmerkung des Verfassers: KrWG steht für Kreislaufwirtschaftsgesetz – mehr Infos auf der Seite des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit – externer Link.

Jetzt nimmt der Wahnsinn so langsam Fahrt auf. Wen es interessiert – hier geht es weiter …