putz.munter 2019: Wetterglück und trauriges Rekordergebnis

Echtes Glück mit dem Wetter hatten fast 60 kleine und große Umweltaktive. Nachdem noch am Freitag überlegt worden war, wegen der Warnung vor Orkanböen die Müllsammlung nochmals um eine Woche zu verschieben, trafen sich am Samstag Morgen zahlreiche, mit Eimern, Gummistiefeln und Leuchtwesten ausgerüstete Helfer*innen zu putz.munter 2019 an der Jakobstalhalle.

Für die Waldpiraten (JBN) und die Ortsgruppe, begrüßte Thomas Herpich die „Theilnehmenden“. Ganz besonders freute er sich über Anni Bayerl, welche die putz.munter im Ort jahrelang organisiert und begleitet hat.

Nach einer kurzen Erklärung zur Müllsammlung, zum Thema Müllvermeidung und der Einteilung der Sammelgebiete, zogen die hochmotivierten Teams dann kurz vor zehn Uhr los.

Das Ergebnis der diesjährigen Sammelei ist mit einem lachendem und einem weinendem Auge zu betrachten ist: aus putz.munter Sicht ist es natürlich ein tolles Ergebnis, dass 27, meist prall gefüllte Säcke voller Müll eingesammelt wurden. Im Umkehrschluss heißt das natürlich aber auch, dass irgendwelche „gedankenlosen“ Mitmenschen, 27 meist prall gefüllte Säcke voller Müll einfach so in die Theilheimer Natur gekippt haben und das ist ein trauriger Rekord.

Fazit: der Müll ist nicht weniger geworden. Zwar scheint die Müllmenge im Tannwald kleiner geworden zu sein, was aber daran liegen mag, dass etliche umweltbewusste Mitbürger*innen auch während des Jahres mittlerweile bei Spaziergängen Müll mit nach Hause nehmen. Die ohnehin große Abfallmenge entlang der Staatsstraße nach Randersacker, hat weder zu noch abgenommen. Augenscheinlich ist aber, dass gerade der naturnahe Altenberg die Kreativität der ein oder anderen Zeitgenoss*in anzuregen scheint, was man alles bei Nacht und Nebel in Wald und Flur entsorgen könnte.

Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass man sich auch im nächsten Jahr wieder treffen will, zu putz.munter 2020.

Eine wohlverdiente Brotzeit nach getaner Arbeit.

Unser besonderer Dank gilt der Gemeinde Theilheim, für die freundliche Bereitstellung der Helferverpflegung und die kostenlose Überlassung der Jakobstalhalle.

externer Link: weitere Informationen zur Aktion des Team Orange im gesamten Landkreis Würzburg

Altreifen im Altenberg

Während eine Rundgangs durch den Altenberg am 21. Juli 2017, bin ich am mittleren Weinbergsweg auf zwei abgelegte, alte Traktorreifen gestoßen. Nachdem es sich bei der Weinbergslage Altenberg nicht um eine Filiale der kommunalen Entsorgungsbetriebe handelt, habe ich den mutmaßlichen Verursacher angeschrieben.

„Sehr geehrter Herr Urlaub,
während eines Kontrollganges im Laufe der letzten Woche ist mir aufgefallen, dass auf Ihrem Grundstück 5306, in der Weinbergslage Altenberg (Neuer Berg, mittlerer Weinbergsweg), zwei alte Traktorreifen abgelagert wurden.

Unabhängig davon, dass es sich für einen landwirtschaftlicher Betrieb, der seine Eigenwerbung mit „Natur erleben“ und „naturnahen Weinan- und –ausbau“ umschreibt, eigentlich selbstverständlich sein sollte, solche Maßnahmen zu unterlassen, wird hier gegen verschiedenste Abfall- und Umweltschutzgesetze verstoßen ( z.B. § 326 StGB, KrWG, BNatSchG et al. / ff).

Ich denke, es sollte Ihnen möglich sein, die Reifen bis zum 01. August 2017 zu entfernen und einer geordneten Entsorgung zuzuführen.

Besten Dank im Voraus für Ihre Bemühungen!“

Hier der Brief im Original:

2017.07-Weinbau-Urlaub-wegen-Altreifenablagerung

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Schon am nächsten Morgen erhielt ich E-Mail, aber merkwürdigerweise nicht vom mutmaßlichen Verursacher, sondern vom Amt für Immissionsschutz und Abfallrecht (FB 53) am Landratsamt Würzburg (externer Link).

Ich hatte die Behörde eigentlich nur mehr oder weniger beiläufig, im Rahmen einer anderen, äußerst fragwürdigen Bauschuttablagerung, ebenfalls am Altenberg, angeschrieben.

„die Altreifen werden lt. Auskunft von Herrn Urlaub als Sandkästen genutzt. Hierbei handelt es sich abfallrechtlich um eine Verwertungsmaßnahme, die zum Ende der Abfalleigenschaft dieser Reifen führt (s. § 5 Abs. 1 KrWG). Wie Sie z. B. auch Anzeigen und Tipps im Internet entnehmen können oder Ihnen evtl. aus eigener Anschauung bekannt ist, ist es durchaus üblich, Spielgeräte wie Schaukeln, Wippunterlagen oder Sandkästen aus alten Reifen zu bauen. Es ist hierfür also auch ein Markt bzw. eine Nachfrage vorhanden. Der Winzer hat hier die Abfallhierarchie (§ 6 KrWG) beachtet, indem er die Reifen vorrangig zur Beseitigung, die Sie in Ihrer Email ansprechen, zu einem anderen Zweck eingesetzt und somit verwertet hat. Er ist hierdurch seiner gesetzlichen Abfallerzeuger- bzw. besitzerpflicht, Abfälle vorrangig zu verwerten, nachgekommen. Einen Verstoß gegen das KrWG kann ich hier nicht erkennen.“

Auch hier die E-Mail im Originaltext:

Ablagerung-von-Bauschutt-am-Theilheimer-Altenberg

Anmerkung des Verfassers: KrWG steht für Kreislaufwirtschaftsgesetz – mehr Infos auf der Seite des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit – externer Link.

Jetzt nimmt der Wahnsinn so langsam Fahrt auf. Wen es interessiert – hier geht es weiter …