der Altenberg

Die Theilheimer Weinlage Altenberg liegt tatsächlich am „Neuen Berg“. Die ersten urkundlichen Erwähnungen dieser Flurlage datieren aus dem Jahr 1217. Die sonnigen Südlagen am Altenberg, fruchtbarer Lösboden – darunter eine steinige Schicht Muschelkalk, geben dem Theilheimer Wein seinen hervorragenden Geschmack. Durch die Bemühungen des BN und Teilen der örtlichen Winzer, blieb der Altenberg, vom Anfang der 1990er Jahre tobenden Flurbereinigungswahn verschont, was sich heute als ökologischer und touristischer Glücksfall für Theiheim erweist.

Beim Altenberg handelt es sich um einen sensiblen Landschaftsbestandteil. Dieser weißt auch heute noch die charakteristischen, kleinparzelligen Strukturen eines typischen, historischen, fränkischen Weinbergs auf. Zwischen den einzelnen Weinhängen finden sich auch viele Lesesteinriegel (Steinrutschen), welche häufig links und rechts der Weinbergwege zu finden sind. Sie zeugen vom steinigen Untergrund. Die Steinrutschen sind zum großen Teil in der Biotopkartierung der Bayerischen Umweltschutzbehörden erfasst. Auf beiden Seiten ist der Weinberg von Landschaftsschutzgebieten bzw. –denkmälern begrenzt. Im Westen der Westrothengraben/Lutzengraben, im Osten der Kuttenlochgraben. Dieser Weinberg ist „in seiner strukturellen Vielfalt mit dem unterschiedlichen Nutzungsmosaik ohne Zweifel ein Weinbergsbiotop mit besonderer Ausprägung“, so R. Richter, Präsidenten der Flurbereinigungsdirektion Würzburg, in einem Schreiben an den damaligen landtagsabgeordneten Christian Will, vom 20.11.1990

Die Steinrutschen heizen sich in der Sonne auf und geben die Wärme noch lange nach Sonnenuntergang, langsam wieder ab. Diese bieten nicht nur den Rebstöcken Schutz vor Wind und Wetter, sondern vor allem auch wechselwarmblütigen Reptilien, wie der Zauneidechse oder der Schlingnatter, Schutz- und Lebensraum. Auf und um die Rutschen sind auch viele Schmetterlinge zu bewundern, wie z.B. der Schwalbenschwanz und der Schachbrettfalter, .

Auf diesen Steinwällen gedeihen auch viele blütenreiche, niederwüchsige Kalkmagerpflanzen, die mit diesem nähr- und stickstoffarmen Boden gut zu recht kommen. SNeben der bekannteren Küchenschelle – im Bild rechts, auch Thymus serpyllum (Sand Thymian) oder das Orangerote Habichtskraut, Dost (wilder Majoran) oder Quendel (volkstümlich Feldthymian).

eine blühende Küchenschelle

Obwohl das Bild des Altenbergs zuletzt durch ein architektonisch fragwürdiges Trumm gelitten hat, ist dieser noch immer in weiten Teilen ein Idyll, in dem sich immer mehr ökologischer Weinbau (Bioland & Demeter) durchsetzt. Dass hier ein Umdenken zu Gunsten der Natur einsetzt, kann man daran erkennen, dass erste Jungwinzer beginnen, auf Pestzide / Herbizide zu verzichten.

Das Aussehen von Industrieweinbergen kann man gut in den benachbarten Weinbergslagen im Süden (Marsberg / Wachtelberg) erkennen.