Die „Große Latifundienwanderung“

Bei unserem Mitgliedertreffen im Mai diesem Jahres, mussten wir feststellen, dass viele Projekte, die in den letzten mehr als 30 Jahren durch unsere Ortsgruppe verwirklicht wurden, dem ein oder anderen Mitglied gar nicht bekannt waren.

Deshalb sind wir am Sonntag, vor dem Theilheimer Weinfest, dem 10. Juli, bei hochsommerlichen Temperaturen zu unserer, zugegebenermaßen mit etwas Augenzwinkern so genannten, ersten, jährlichen, großen Latifundienwanderung aufgebrochen. Zum einen bezeichnet der Begriff Latifundien (externer Link) freizügig ausgelegt, ausgedehnten Großgrundbesitz, was nicht ganz zutreffend ist, da die Ortsgruppe tatsächlich keine eigenen Grundstücke besitzt und dies die erste Wanderung dieser Art war.

Erfreulicherweise fanden sich dann doch 15 Wanderwillige ein. Unter der fachkundigen Führung unserer Gründungsmitglieder Richard Wust, Dr. Bernd M. Schmitt und Fred Stahl, besuchten wir eine ganze Reihe von Schauplätzen unserer vergangenen, aber auch unserer aktuellen Arbeit. Angefangen beim Jakobsbach im Ortsverlauf, über das Wäldchen am ehemaligen Schuttplatz, das Projekt „Biotop und Schilfkläranlage“ an der Autobahnbrücke, die Nussbaumallee, den Kalkmagerrasen am Neuen Berg, die Streuobstwiese und die Trauerweide an der Jakobstalhalle.

Alle Teilnehmer waren sich danach einig, dass dies nicht die „letzte, erste große Latifundienwanderung“ gewesen sein soll.

BUND Naturschutz gibt Tipps zu naturnahen Gärten

Am 22. Mai ist Internationaler Tag zum Erhalt der Artenvielfalt

Zum Internationalen Tag der Artenvielfalt am 22. Mai ruft der BUND Naturschutz (BN) zu mehr Natur in den Gärten auf und gibt Tipps, wie dies erreicht werden kann: „Geben Sie der Natur in  Ihrem Garten ein Chance und helfen Sie so mit, die Artenvielfalt zu erhalten“, appelliert Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der BN Kreisgruppe Würzburg. „Schon eine nur ein- oder zweimal im Jahr gemähte Wiese kann sich zu einem Paradies für Schmetterlinge entwickeln und bietet Nahrung für viele Vogelarten“, weiß Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN.

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Glyphosat verbieten – Mensch und Natur schützen

Glyphosat ist das meistgespritzte Unkraut­vernichtungs­mittel in Deutschland und der Welt. Es steht im Verdacht, Embryonen zu schädigen und Krebs auszulösen.

externer Link:
Unterstützen Sie unsere Onlineaktion zum Verbot von Glyphosat!

Vor gut einem Jahr hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Unkrautvernichter Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Dieses Jahr steht die Wiederzulassung für weitere 15 Jahre zur Debatte. Die meisten Deutschen und Europäer*innen lehnen Glyphosat ab. Dennoch halten Landwirtschaftsminister Christian Schmidt und die EU-Kommission an ihrem industriefreundlichen Kurs fest:
Glyphosat sei sicher. Unbedenklich. Unverzichtbar.

Angesichts der riesigen Kluft zwischen der Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung und unabhängigen Untersuchungen stellt sich die Frage: Wie konnte es dazu kommen? Dem geht der BUND im Video auf den Grund. Wenn Sie auch wissen wollen, wie man ein gemeingefährliches Gift vermarkten kann:
dann sehen Sie sich auch dieses Video an! (externer Link)

Alte Liebe rostet nicht

Die Zusammenarbeit zwischen dem BUND Naturschutz und dem Weinbauverein in Theilheim (externer Link), währt nun schon seit mehr als 30 Jahren. Die anfänglich vom BUND Naturschutz veranstaltete Naturwanderung, wurden bald zur gemeinsam organisierten Theilheimer Weinbergswanderung, wie sie noch heute, immer am 1. Mai stattfindet.

Die Weinlage Altenberg, am Theilheimer Neuen Berg, wurde Anfang der 1990er Jahre, auf Bestreben der beiden Vereine, aus der damals um sich greifenden Flurbereinigung ausgenommen, um „eine natürliche Bewirtschaftung“ der kleinparzelligen Weinbergsflächen, „eine Förderung des naturnahen Weinbaus“, sowie die „Bewahrung des Landschaftscharakters dieses besonderen Flurteils“ zu erreichen. Heute ein Glücksfall, für das an touristischen Attraktionen eher arme Theilheim.

Gemeinsam wurde auch die Beschilderung des Wein- und Naturwanderpfades entwickelt und installiert, sowie der ein wenig in Vergessenheit geratene Leitsatz „Natürlich Theilheim“ gefunden.

Nachdem die Zusammenarbeit beider Vereine Ende der 1990er Jahre ein wenig in einen Dornröschenschlaf versunken war, konnte diese im letzten Jahr neu belebt werden. Auf eine Anregung des Winzermeisters und langjährigen Vorsitzenden sowie Mitbegründers des Weinbauvereins, Hermann Deppisch, entwickelten er und Thomas Herpich, Ortsvorsitzender des BN, die Idee der Renaturierung eines Lesesteinriegels im Altenberg. In enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde (externer Link), wurde die „Steinrutsche“ am Bildstock im Altenberg, teilweise von der wuchernden Überbuschung befreit.

In einer gemeinsamen Aktion Anfang April, wurden dann unter fachkundiger Anleitung der Landschaftsgärtner Fenna Felske und des ortsansässigen Ralf Kretzer (externer Link), mehr als 50 typische Kalkmagerpflanzen im Steinriegel gepflanzt. Darunter neben der recht bekannten Küchenschelle, auch Thymus serpyllum (Sand Thymian) oder Hieracium aurantiacum (Orangerotes Habichtskraut), Dost und Quendel gepflanzt. Dies sind nicht nur habitat-typische Gewächse, sondern auch als Heilpflanzen und -kräuter bekannt und dienen vielen vom Aussterben bedrohten Insekten und Schmetterlingsarten zur Eiablage und als Nahrungsquelle.

Bild: das Bepflanzungsteam von BUND Naturschutz und Weinbauverein.
In der Mitte, mit Hund Piccola, Hermann Deppisch