Wenn Piraten Winzer fangen!

eine wilde Piratengruppe inmitten von Freunden und Gönnern: dritte von links Tanja Olbrich (Krabbelgruppe), dahinter Tatjana Schmitt (Waldpiraten JBN), Christian Deppisch, Vorsitzender Weinbauverein und die Theilheimer Weinprinzessin Selina Waltsgott.

Spendenübergabe an die Waldpiraten/Krabbelgruppe

Große Freude herrschte bei der Überreichung einer wirklich großzügigen Spende an die Kindergruppe des BUND Naturschutz, die Waldpiraten / Krabbelgruppe.

Die Erlöse des Familiennachmittags am Weinfestsonntag im letzten Jahr, wurden durch den Theilheimer Weinbauverein (ext. Link) „etwas“ aufgerundet und an die Leiter*innen der Waldpiraten/Krabbelgruppe übergeben.

Rechtzeitig zum Einzug der Krabbelgruppe, in den neu gestalteten Raum im Theilheimer Haus der Vereine, der durch den überraschenden Rauswurf aus der alten Schule notwendig geworden war, kam diese Spende wirklich gelegen. So konnten einige notwendige Einrichtungsgegenstände beschafft und vor allem neues Spielgerät organisiert werden.

Alte Liebe rostet nicht

Die Zusammenarbeit zwischen dem BUND Naturschutz und dem Weinbauverein in Theilheim (externer Link), währt nun schon seit mehr als 30 Jahren. Die anfänglich vom BUND Naturschutz veranstaltete Naturwanderung, wurden bald zur gemeinsam organisierten Theilheimer Weinbergswanderung, wie sie noch heute, immer am 1. Mai stattfindet.

Die Weinlage Altenberg, am Theilheimer Neuen Berg, wurde Anfang der 1990er Jahre, auf Bestreben der beiden Vereine, aus der damals um sich greifenden Flurbereinigung ausgenommen, um „eine natürliche Bewirtschaftung“ der kleinparzelligen Weinbergsflächen, „eine Förderung des naturnahen Weinbaus“, sowie die „Bewahrung des Landschaftscharakters dieses besonderen Flurteils“ zu erreichen. Heute ein Glücksfall, für das an touristischen Attraktionen eher arme Theilheim.

Gemeinsam wurde auch die Beschilderung des Wein- und Naturwanderpfades entwickelt und installiert, sowie der ein wenig in Vergessenheit geratene Leitsatz „Natürlich Theilheim“ gefunden.

Nachdem die Zusammenarbeit beider Vereine Ende der 1990er Jahre ein wenig in einen Dornröschenschlaf versunken war, konnte diese im letzten Jahr neu belebt werden. Auf eine Anregung des Winzermeisters und langjährigen Vorsitzenden sowie Mitbegründers des Weinbauvereins, Hermann Deppisch, entwickelten er und Thomas Herpich, Ortsvorsitzender des BN, die Idee der Renaturierung eines Lesesteinriegels im Altenberg. In enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde (externer Link), wurde die „Steinrutsche“ am Bildstock im Altenberg, teilweise von der wuchernden Überbuschung befreit.

In einer gemeinsamen Aktion Anfang April, wurden dann unter fachkundiger Anleitung der Landschaftsgärtner Fenna Felske und des ortsansässigen Ralf Kretzer (externer Link), mehr als 50 typische Kalkmagerpflanzen im Steinriegel gepflanzt. Darunter neben der recht bekannten Küchenschelle, auch Thymus serpyllum (Sand Thymian) oder Hieracium aurantiacum (Orangerotes Habichtskraut), Dost und Quendel gepflanzt. Dies sind nicht nur habitat-typische Gewächse, sondern auch als Heilpflanzen und -kräuter bekannt und dienen vielen vom Aussterben bedrohten Insekten und Schmetterlingsarten zur Eiablage und als Nahrungsquelle.

Bild: das Bepflanzungsteam von BUND Naturschutz und Weinbauverein.
In der Mitte, mit Hund Piccola, Hermann Deppisch